Elektronische Beschaffung
Die fortschreitende Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien
führt zu einer immer engeren Vernetzung von Unternehmen. Damit steigt die Notwendigkeit,
Standards für den gemeinsamen Datenaustausch einzusetzen. Mehr und mehr Unternehmen
wickeln alle Beschaffungsvorgänge elektronisch ab (Stichwort E-Commerce im
Internet). E-Procurement kann aber nur dann zu Kosten- und Transparenzvorteilen
führen, wenn eine einheitliche Klassifikationsstruktur mit einer hierarchischen
Datenstruktur für Materialien und Dienstleistungen vorhanden ist. Alle beteiligten
Seiten müssen eine gemeinsame "Sprache" verwenden, damit sie sich "verstehen".
Nutzen im Unternehmen
Für Unternehmen ergeben sich durch eine Klassifikation enorme wirtschaftliche Vorteile.
Das beschaffende Unternehmen erweitert seinen Lieferantenkreis, reduziert
die Transaktionskosten und erhält eine höhere Markttransparenz durch eine bessere
Vergleichbarkeit der verschiedenen Angebote. Das liefernde Unternehmen reduziert
ebenfalls seine Transaktionskosten und erweitert seinen Kundenkreis. Für alle Kunden
können identische Datenstrukturen verwendet werden.
Was ist eCl@ss?
Bisher gab es auf dem Markt keine Klassifikation, die diese Kriterien und Nutzeffekte
erfüllen konnte. Von führenden deutschen Unternehmen wurde jetzt eine Klassifikation
erarbeitet: eCl@ss. Diese wird als Standard für den Informationsaustausch zwischen
Lieferanten und Kunden angeboten. eCl@ss ist gekennzeichnet durch einen vierstufigen,
hierarchischen Klassifikationsschlüssel mit einem aus 12.000 Begriffen bestehenden
Schlagwortregister. eCl@ss bildet die Beschaffungsmärkte für Einkäufer ab und unterstützt
die Ingenieure bei der Entwicklung, Planung und Instandhaltung. Durch den Zugang
entweder über die Hierarchie oder über Schlagworte kann sowohl der Experte als auch
der gelegentliche Nutzer in der Klassifikation navigieren. Einmalig an eCl@ss ist
die Integration von Merkmalleisten zur Beschreibung von Materialien und Dienstleistungen.
FASys und eCl@ss
Die FASys-Betriebsmittelverwaltung
unterstützt die Klassifizierung nach eCl@ss und nutzt zur Datenhaltung Sachmerkmalsleisten
(eCl@ss/DIN4000). FASys bietet damit optimale Funktionalität, um in einer
einheitlichen Oberfläche alle Fertigungshilfsmittel zu klassifizieren und zu verwalten.
So werden Informationen schnell und sicher gefunden bzw. online Fremddaten aus Katalogen
(BMEcat) übernommen.
Plattform im Internet
Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln stellt als unabhängige Plattform und
zentrale Ansprechstelle die Klassifikation im Internet unter www.eclass.de kostenlos zur Verfügung.
Der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e. V. (BME), Frankfurt
a. M., hat eine Initiative zur Entwicklung eines Standards zur elektronischen Datenübertragung
für Artikelkataloge gestartet, an der sich namhafte Unternehmen mit viel Engagement
beteiligt haben.
Die Version 1.0 des Standards mit dem Namen "BMEcat" wurde im November 1999 in Frankfurt
verabschiedet. Die fachlichen Entwicklungen wurden von Fraunhofer IAO, Stuttgart
und den Universitäten Essen und Linz durchgeführt. Der Standard BMEcat schließt
eine Lücke, die sich durch die Digitalisierung der Märkte und das Fehlen eines allgemein
akzeptierten Standards zu einem dringlichen Problem für alle Unternehmen entwickelt
hat, die international wettbewerbsfähig bleiben wollen. Allein im Internet kursieren
über 160 verschiedene Katalogsprachen. Ein Unternehmen wie der Siemens-Konzern mit
220.000 Lieferanten stößt hier ebenso auf Grenzen wie auf der anderen Seite der
Lieferant, der für jeden Kunden seinen Katalog in einem anderen Format erstellen
muss. Auf beiden Seiten wird BMEcat die Kosten für die Unternehmen erheblich reduzieren.
BMEcat schafft mit der einfachen Übernahme von Katalogdaten aus den unterschiedlichsten
Formaten insbesondere die Voraussetzung, um in Deutschland den Warenverkehr zwischen
Unternehmen im Internet voranzubringen. Der XML-basierte Standard BMEcat wurde bereits
in Pilotprojekten erfolgreich umgesetzt.
www.bmecat.org
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